Kommentar zur Wahl von Valencia 2007 von Prof. Dr. Heinz Weinhold

Wenige Wochen vor seinem allzu frühen, unerwarteten Tod schrieb uns Professor Weinhold als passionierter und erfolgreicher Segler in einer persönlichen Mitteilung vom 31.12.2003 den folgenden fachmännischen Kommentar:

 

"Lieber Herr Dr.Schoch

Vielen Dank für die ALINGHI–News.

Die Diskrepanz zwischen dem Entscheid und den Meinungen (in der Bevölkerung. RS) über den Austragungsort 2007 beruhen wohl in erster Linie darauf, dass die Befragten die Entscheidungsparameter nicht kannten bzw. anders gewichteten.

Ich habe im Mittelmeer ausgiebig gesegelt und auch regattiert. An der Côte bzw. Costa wäre wohl auch einiges denkbar gewesen, nicht jedoch Marseille, wenn schon eher Hyères oder Alassio (vom Seglerischen her). Doch kamen diese Standorte ja von vorneherein nicht in Frage. Auch vor Neapel sind die Windverhältnisse oft flau (wie auf dem Bodensee – den ja Toni Brunner vorgeschlagen hatte).

Ideal sind in den meisten Fällen die Mittelmeerinseln, Malta, Korsika, Sardinien. Vor allem Porto Cervo. Der nordsardinische Hafenort des Aga Khan ist seglerisch sehr qualifiziert. Dort haben wir einmal eine Weltmeisterschaft gewonnen. Doch sind auch alle Mittelmeerinseln so viel ich weiss deswegen aus Abschied und Traktanden gefallen, weil die logistischen Infrastrukturen nicht genügen.  

Übrigens bewundere ich immer noch die Leistungen der Neuseeländer. Sie sind mit einem ganz geringen Zeitunterschied Zweite geworden. Das schmälert den Erfolg von Bertarelli in keiner Weise, im Gegenteil, sie haben gegen einen wirklich qualifizierten Gegner gewonnen.

Mit besten Wünschen und Grüssen

H. Weinhold"

Heinz Weinhold (gest. 17. Februar 2004 im Alter von 77 Jahren) war 1963 - 1992 Professor für Betriebswirtschaftslehre  mit besonderer Berücksichtigung der Absatzwirtschaft und Leiter der Forschungsstelle für Absatz und Handel  an der Universität St. Gallen. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter und als Pioniere der modernen Marketinglehre im deutschsprachigen Raum. Er war zuerst Vorgesetzter im Institut, später „Doktorvater“ und anschliessend während mehrerer Jahre Kollege von Rolf Schoch bei der Leitung von Doktorandenseminaren im Marketing an der HSG.

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