Nächster America's Cup auf dem Genfersee?

Der Sieg der Segelyacht Alinghi im Lichte einer aktuellen Bevölkerungsumfrage

"Alinghi segelt vor San Francisco" - so lautet die aktuelle Schlagzeile anfangs Juli 2003 der Tagespresse - "und tritt im September zu einer Revanche gegen das Team Oracle BMW Racing an". Letzteres wurde von Alinghi im Final des Herausfordercups Louis Vuitton 5 : 1 geschlagen. "Alinghi" bleibt somit ein aktuelles Thema, das uns auch in den kommenden Wochen und Monate beschäftigen wird.

Aber blenden wir etwas zurück: Die spannenden Reportagen damals in den Medien über die Segelregatta vor der Küste von Neuseeland um den America's Cup und über den überlegenen Sieg der Yacht Alinghi haben die Schweizerische Öffentlichkeit tagelang in Atem gehalten. Nach Abschluss der Regatta haben das Forschungsinstitut WISO DR. SCHOCH + PARTNER in Horgen/Zürich und die Firma know.ch AG St. Gallen im März/April 2003 gemeinsam eine Meinungsumfrage in der Bevölkerung durchgeführt.

Die Antworten auf die Online-Fragebogen im Internet zeigen, dass das Schweizer Boot als Herausforderer im America's Cup, dessen Eigentümer, die Konstrukteure und die Sponsoren dank häufiger Präsenz in den Medien bei den Befragten einen hohen bis sehr hohen Bekanntheitsgrad erzielt haben.

Im weiteren zeigt sich, dass die Berichterstattung in den Medien über Alinghi in der Schweiz intensiv verfolgt wurde. Wichtigste Quelle von Informationen ist das Fernsehen. Ein Viertel aller Befragten, buchstäblich der "harte Kern" der Alinghi-Fans, hat die TV-Sendungen aus Neuseeland sogar regelmässig in den Nachtstunden live am Bildschirm angeschaut. Etwas weniger häufig werden bei dieser Frage die Tageszeitung; Zeitschriften/Magazine/Illustrierte und das Radio genannt. "Alinghi" war im Frühjahr 2003 auch sehr häufig ein Thema von Gesprächen am Familientisch, bei der Arbeit, im Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis.

Alinghi war aber nicht nur ein sportlicher, sondern auch eine Marketingveranstaltung, insbesondere ein Werbe-, PR- und Sponsoring-Grossanlass. Die vier beteiligten Sponsorfirmen konnten sich als Geldgeber für das Alinghi-Projekt in der Öffentlichkeit recht gut als solche bekannt machen und profilieren. Dies gilt vor allem für den Hauptsponsor UBS, der einen hohen Bekanntheitsgrad als Alinghi-Sponsor erreicht. Ihm wird zudem attestiert, das Alinghi-Sponsoring "passe" zur Firma. Etwa jeder und jede Fünfte hat im Durchschnitt die von der Schweizer Post herausgegebenen Alinghi-Sondermarken und/oder bestimmte Merchandising-Artikel aus dem reichhaltigen Sortiment an Mützen, T-Shirts, Jacken, Poster und Geschenke mit dem Alinghi-Logo, gekauft.

Die nächste Austragung des America's Cup wird kaum auf dem Genfer See stattfinden - und auch nicht in Neuseeland. Nach Meinung der Befragten sollte die nächste Regatta für den America's Cup, d.h. der Wettkampf zwischen dem Schweizer Siegerboot Alinghi und dem zukünftigen Herausforder am ehesten in Frankreich oder in Portugal stattfinden. Für eine Austragung im Binnenland Schweiz, hauptsächlich auf dem Genfersee, votieren viel weniger, aber immerhin noch etwa jeder Zehnte.

Hat die Euphorie wegen des Alinghi-Sieges bei uns einen Boom des Segelsportes ganz allgemein ausgelöst? Die Schweiz wird zwar kaum rasch zu einer Nation von (Hobby- oder Profi-)Seglern werden. Der Alinghi-Sieg gibt aber doch vermutlich Rückenwind für das Segeln hierzulande. Gemäss Umfrage erwartet zusammen eine Zweidrittel-Mehrheit aller Befragten, dass Alinghi "sicher" oder doch "vielleicht" dem Segelsport in der Schweiz ganz allgemein Auftrieb geben wird.

Für weitere Informationen über unsere aktuelle Online-Umfrage, siehe auch Detaillierte Projektbeschreibung, Bestellformular für Daten (PDF), Bilder des Bootes und Autogramme von der Crew

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